Ich habe jetzt ja wirklich sehr, sehr lange nichts mehr geschrieben und mich jetzt dazu entschlossen wieder anzufangen.

Der Hauptgrund warum ich nicht mehr geschrieben war, dass ich ab Oktober 2016 daran beteiligt war die FoodCoop Frankfurt zu gründen. Das hat mich viel Zeit gekostet und deshalb kamen andere Dinge leider zu kurz.
In diesem Blogeintrag möchte ich etwas über die FoodCoop Frankfurt erzählen.

Was ist eine FoodCoop?
Wir sind eine Lebensmittelkooperative. Das bedeutet wir haben direkt Kontakt zu allen unseren Erzeugern und Erzeugerinnen und wissen ganz genau wo unser Essen herkommt und wer es erntet. Wir achten darauf, dass unsere Produkte möglichst aus der Region kommen. Wir haben jedoch zum Beispiel Olivenöl, das kommt aus Spanien, von einer tollen Kooperative, die ich letztes Jahr im März besucht habe. Außerdem achten wir darauf alles möglichst ohne Verpackungen zu beziehen. Unsere Erzeugerinnen und Erzeuger produzieren alle in Bioqualität, nicht alle haben die entsprechenden Siegel (viele Höfe sind sehr klein und sparen sich die Bürokratie), aber alle produzieren auf ökologischen Niveau. Das läuft natürlich auf Vertrauensbasis, aber dadurch dass wir die Höfe kennen und besuchen, wissen wir natürlich wie auf den Höfen produziert wird. Wir möchten mit unserer Kooperative kleine Höfe aus der Region unterstützen, die sorgsam mit unseren Ressourcen, unserer Erde, den Tieren und Menschen umgeht. So umgehen wir den Supermarkt und entziehen uns ein Stück weit dem Wirtschaftssystem.
Wir beziehen nicht nur Gemüse, sondern auch Mehl, Eier, Brot, Dinkelreis, Kosmetik, Honig, Nudeln, Aufstriche, Öl, Essig, Wein, Bier usw. Was wir eben so tagtäglich konsumieren.

Wie sind wir organisiert?
Wir sind ein eingetragener Verein und nennen uns Futterkreis e.V. . Wenn du Mitglied bei uns wirst, dann hast du die Möglichkeit einmal pro Woche über unseren Online Shop zu bestellen. „Nicht-Mitglieder“ können bei uns nicht einkaufen. Mit dem Mitgliedsbeitrag decken wir unsere laufenden Kosten, also Miete und Strom (…) von unserem Lager (dazu später mehr). Dadurch dass wir mit dem Beitrag alle unsere Kosten decken und bei uns alles ehrenamtlich abläuft, haben wir keine weiteren Kosten. Das bedeutet wir machen mit unseren Produkten keine Gewinne, der Preis in unserem Shop ist der Einkaufspreis den wir von den Höfen/Betrieben bekommen.
Alle Mitglieder sollen nach ihren Kräften und Möglichkeiten am Futterkreis mitwirken. Praktisch bedeutet das, dass wir verschiedene Dienste haben, für die sich jedes Mitglied freiwillig eintragen kann. Das Lager muss einmal pro Woche geputzt werden, die Eier und Pilze müssen entgegen genommen werden, das Gemüse muss mit dem Auto oder unserem Lastenrad abgeholt werden und an unserem Abholtag muss jemand im Lager sein. Der Futterkreis funktioniert nur, wenn sich alle nach ihren Kräften einbringen. Uns geht es nicht nur darum gemeinsam einzukaufen, sondern auch darum eine Gemeinschaft zu sein. Freiwillig ist immer so eine Sache. Bei uns ist es schon so, dass sich manche mehr und manche weniger einbringen und manche auch merken, dass dieses Projekt nichts für sie ist (was vollkommen in Ordnung ist!). Wir wünschen uns, dass hinter diesem Projekt kein Druck und keine Pflicht steht, weswegen wir das Wörtchen „freiwillig“ benutzen. Praktisch ist es dann aber natürlich so, dass die Dienste gemacht werden müssen, weil unsere Abläufe sonst nicht reibungslos funktionieren.
Unsere Mitglieder haben immer montags und dienstags die Möglichkeit über unseren Online Shop zu bestellen und dann können die Produkte samstags in unserem Lager abgeholt werden.

 

Ich bin wirklich sehr glücklich darüber, in diesem Projekt gelandet zu sein und ich verwende wirklich sehr viel meiner Zeit (mit Freude!) für den Futterkreis. Ich habe die Möglichkeit zu wissen woher mein Essen kommt, wie es produziert wurde und wer hinter diesem Essen steckt (oder besser nicht steckt). Ich kann unserem Bauern direkt sagen, wie gut mir die Möhren diese Woche wieder geschmeckt haben und unser Bauer erfährt wieder Wertschätzung für das was er macht. Manchmal fahren wir raus auf die Höfe und helfen beim Pflanzen, Unkraut jäten… Ich habe wieder einen Bezug zu meinem Essen und es wird sehr viel wertvoller für mich. Außerdem genieße ich die Zeit, wenn ich mal raus aus Frankfurt in der Natur bin, neue Kräuter und Gemüsesorten kennen lerne und mir die Hände schmutzig mache 🙂

Wenn dich der Futterkreis neugierig gemacht hat, dann schau doch mal auf unserer Internetseite rein: https://www.futterkreis.de/

Wenn du nicht in Frankfurt wohnst, dann informiere dich, es gibt in einigen Städten in Deutschland FoodCoops!

Hier noch zwei Zeitungsartikel über uns:

http://www.fr.de/frankfurt/frankfurt-gemeinsam-gut-einkaufen-a-1271699

http://www.fnp.de/rhein-main/Viele-Fliegen-mit-einer-Klappe-Food-Coops-in-Hessen;art1491,2937066

 

 

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